Tearaway Unfolded: Liebe und Bastelspaß!

Ich habe aus genau einem Grund immer bereut, keine PS Vita zu besitzen. Dieser Grund ist Tearaway, das so bezaubernd ist, dass es jetzt endlich auch in überarbeiteter Form für die Playstation 4 veröffentlicht wurde. Ich frohlockte!

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Ich habe aus genau einem Grund immer bereut, keine PS Vita zu besitzen. Dieser Grund ist Tearaway, das so bezaubernd ist, dass es jetzt endlich auch in überarbeiteter Form für die Playstation 4 veröffentlicht wurde. Ich frohlockte!

Es gibt so viele Gründe, warum Tearaway wundervoll ist – sicherlich auch für Menschen, die die PS Vita-Version bereits gespielt haben. Ein Grund ist, dass die wunderschöne Welt um Nuancen verändert wurde und es somit noch mehr zu entdecken gibt. Meine Befürchtung, dass sie auf großem Format leer und unbelebt wirken könnte, wurde sofort wiederlegt: Media Molecule haben den „Port“, der eigentlich keiner ist, perfekt über die Bühne gebracht.

Für alle, die sich nicht auskennen: In Tearaway steuert ihr einen kleinen Held (atoi) oder eine Heldin (iota) durch eine Papercraft-Landschaft, die von bösen Schnipseln angegriffen wird, dadurch Farbe verliert und deren Bewohner bedroht werden – von Krähen und Schnipseln und einer faden Welt aus Zeitungspapier. SpielerInnen selbst sind das „Du“, die zwar den/die MessagerIn lenkt, aber nicht nur erst das Vertrauen zu dieser/m aufbauen müssen, sondern auch die Macht haben, die Spielwelt zu beeinflussen. Das kann ein Licht sein, mit welchem man Schnipsel hypnotisiert, oder Wind, der Schnipsel wegfegt und neue Wege frei macht.

Sehr schön ist auch, wenn atoi/iota Bälle oder Äpfel oder kleine putzige Nagetiere quasi in den Controller wirft und diese dann mit Motion Control wieder aus dem Controller heraus in die Spielwelt katapultiert werden können. Irgendwie eine simple Idee, aber trotzdem schon deshalb fantastisch, weil die vierte Wand durchbrochen wird und die Idee und Soundkulisse einfach gut umgesetzt sind: Die Speaker am Dualshock 4 machen Geräusche. Wenn sich beispielsweise ein Nagetier im Controller befindet, nestelt dieses scheinbar darin herum. (Ich habe gerade eines eingesammelt, weil es gestreichelt werden wollte und tat dies via Touchpad am Controller. Zuckerschock!)

Wie schon bei der Vita-Version wird die Hardware perfekt ausgenutzt. Media Molecule liebt offensichtlich den Dualshock 4 (und sie werden nicht müde, das zu betonen). Das ist auch der Grund, warum wirklich jede Funktion, die dieses Ding hat, bis zum letzten ausgenutzt wird: um besagten Wind hervorzurufen, muss in die entsprechende Richtung auf dem Touchpad gestrichen werden. So ein bisschen, als würde man den Controller streicheln. Um Trommeln zu aktivieren, die als Trampolin dienen, muss das Touchpad rhythmisch gedrückt werden.

Generell ist neben der lieblichen Optik auch die musikalische Untermalung ein Highlight. Der Soundtrack ist wunderschön, wird nicht nervig und erinnert mich an diese Kinderfilme mit Knetfiguren, die ich so geliebt habe. Trotzdem ist Tearaway, auch wenn die Überniedlichung (das ist jetzt ein Wort!) es vermuten lässt, kein Spiel für Babys. Es ist ein Spiel für Leute, die gern kreativ sind. Ständig muss man irgendwelchen Eichhörnchen Kronen basteln oder für Passanten Schnurrbärte gestalten. Und das entweder über das Dualshock 4 Touchpad, was meiner Meinung nach absolut gar nicht geht, oder über die Playstation App auf Tablet oder Smartphone, was super gut funktioniert. Es kann passieren, dass man irgendwann keine Lust mehr hat, kreativ zu sein und das ist auch vollkommen legitim. Es gibt keine Extrapunkte für Schönheit, also macht man dann einfach „Punkt, Punkt, Komma, Strich“.

Langer Rede kurzer Sinn – Tearaway ist großartig und es tut mir fast ein bisschen weh, dass das Spiel irgendwie in der Versenkung verschwunden ist, denn es ist so herzerwärmend bezaubernd, dass ihr es euch alle sofort kaufen solltet. Man kann auch auf einem Schwein reiten. Ich finde, das ist Argument genug.

Tearaway Unfolded
Plattform: Playstation 4
Entwickler: Media Molecule
Publisher: Sony Computer Entertainment
September 2015

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