Independence Day 2: Wir wussten immer, er wird einen neuen Film machen

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Die Aliens sind zurück! Nach 20 Jahren belebt Roland Emmerich seinen Erfolgs-Blockbuster Independence Day wieder. Fans des ersten Teils starrten angstvoll auf die Fortsetzung, denn der Regisseur hat sich in den vergangenen Jahren nicht unbedingt mit Ruhm bekleckert (2012, White House Down… the list goes on). Umso schöner ist es, dass ich euch beruhigen darf: Independence Day 2 ist ein würdiger Nachfolger.

Bei Roland Emmerich habe ich inzwischen schon immer Angst, dass so etwas wie 2012 dabei herauskommt, wenn er einen Film macht: Opulent, aber unerträglich dämlich. Natürlich erwarte ich kein Intelligenzfest, wenn ich mir einen Katastrophen-Actionfilm ansehe, schon gar nicht unter dieser Marke. Doch, good news: Independence Day 2 macht wirklich Spaß!

Dass einer der Hauptcharaktere kein Interesse am Projekt hat, war überhaupt nicht schlimm, denn Will Smith hätte vermutlich nur gestört und den alten und neuen Charakteren ihre Screentime geklaut. Die Fackel wurde an eine neue Generation weitergegeben und die Figuren sind allesamt sympathisch und liebenswert. Brent Spiner ( ja, Data) als exzentrischer Wissenschaftler sorgt für ausreichend Comic Relief und von Jeff Goldblum kann man generell nie genug bekommen – leider wurde ihm für seinen David Levinson deutlich zu wenig Zeit auf der Leinwand zugesprochen. Aber man kann auch nicht alles haben.

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Die Story ist simpel: Nach dem Sieg über die Aliens hat man sich derer Technologie bemächtigt, Mondbasen gebaut und die Welt ist ein Stückchen zusammen gewachsen. Das schaut so aus: Die USA ist ur cool, sagt wo es lang geht und alle anderen Nationen werden ein bisschen feucht, wenn der ehemalige Präsident Whitmore (Bill Pullman) eine Motivationsrede hält; selbst die ganzen Araber, die leider keine Häuser haben und deshalb in der Wüste vor einem Volksempfänger sitzen – Emmerichs über-amerikanisches Weltbild in a Nutschell. Und dann, Überraschung, die Aliens kommen wieder und dieses mal ist alles größer: Mehr Raumschiff, mehr Aliens, mehr Krachbum.

Und das schaut wirklich super aus, gespart wurde am Drehbuch, dafür setzen die Special Effects eine neue Duftmarke. Wer SciFi-Action mag, dem wird beim Anblick des übergroßen Alienschiffs, dass sich in einer feurigen Wolke über den Atlantik schiebt, das Herz aufgehen… wie ein Ölgemälde, es ist ein Augenschmaus. Dass das natürlich nicht reicht für einen vollkommen zufriedenstellenden Film, ist mir schon klar. Deswegen sagen die meisten auch, dass er nur okay ist. Aber ich habe sehr viel gelacht, denn es wird wirklich alles mitgeliefert – von Babys, die im letzten Moment gerettet werden, bis hin zu einem Schulbus voller Kinder. An Dummheit ist das wirklich nicht leicht zu übertreffen, aber für Emmerich-Verhältnisse geht das voll in Ordnung. Ich freue mich eher mal wieder über gut gemachte Action mit inhaltlichen Flaws, die nicht so sexistischer Scheiß sind wie alles, was Michael Bay anfasst, und auch nicht so bierernst, wie viele SciFi-Filme es in den letzten Jahren waren. Letzteres geht dann meistens in die Hose, weil man zuviel geistig drauf rumkaut. Bei Independence Day 2 gibt es nichts zum Nachdenken, da darf man einfach nur Spaß haben und das Hirn auf Durchzug schalten.

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Und deswegen feiere ich ihn auch. Ich war lange nicht mehr so tip top unterhalten über die komplette Laufzeit, konnte laut lachen, mitfiebern und coole Dogfights sehen. Wenn man dem Film etwas vorwerfen kann, dann dass Emmerich eine verdammte Copycat ist. Alles, aber auch wirklich alles, hat er irgendwo geklaut, vor allem bei J.J. Abrams scheint er ganz genau hingeschaut zu haben. Obwohl mein Motto stets ist: Lieber gut geklaut als scheiße selbst gebaut, hätte ich mir vom Meister des Katastrophenfilms doch ein kleines bisschen mehr Innovation erhofft. Aber gut, man kann nicht alles haben. Wenn man nicht erwartet, dass Independence Day: Die Wiederkehr einen komplett von den Socken haut, sondern ein solides Action-Sommerkino ist, dann ist man hier richtig. Wenn man erwartet, dass man wieder zwanzig Jahre jünger ist und komplett geflasht wird von dem tollsten Action-Film des Jahres, wird es eher schwierig.

Wir verlosen 2 x 1 Fanpaket (mit T-Shirt und Keychain) zu Independence Day 2: Wiederkehr. Einfach bis zum Kinostart am 14.7.16 eine Mail mit dem Betreff: „ALIENS“ an gewinnspiel@elektro-uschi.at schreiben. Die Gewinner werden per Mail benachrichtigt.

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Independence Day 2: Wiederkehr (OT: Independence Day 2: Resurgence)
R: Roland Emmerich
D: Roland Emmerich
Cast: Jeff Goldblum, Liam Hemsworth, Bill Pullman, Jesse Usher, Travis Tope, Maika Monroe, Sela Ward, Charlotte Gainsbourg, Brent Spiner
FSK: 12; Laufzeit: 121 Min.; Start: 14.7.16
www.independencedaywiederkehr.at

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