VIENNALE 2017 für Film-Nerds

aus 78/52, , Alexandre O. Philippe, USA, 2017, V’17, Dokumentarfilme

Die Viennale beginnt heute und wir haben schon fleißig angekreuzt, was fix geschaut werden muss. Für diejenigen unter Euch, die nach Filmen suchen, die denselbigen auch zum Inhalt haben – look no further. Wir haben sie für euch gesammelt!

King Cohen: The Wild World of Filmmaker Larry Cohen

Larry Cohen ist ein Mastermind der Low-Budget Produktionen. Seine Filme sind schräg, übertrieben und ein bisschen abartig, aber gleichzeitig so charmant und voller Herzblut. Allein wegen Filmperlen wie Body Snatchers, Salem’s Lot und It’s Alive lohnt sich ein Blick auf die Arbeitsweise dieses Mannes, der als Regisseur und Drehbuchautor Ruhm und Ehre des B-Movie-Schaffens einheimste.

Sa, 21.10., 12:30 Uhr, Metro Kino und Do, 26.10., 16 Uhr, Urania

KSIĄŻĘ I DYBUK (The Prince and the Dybbuk)

Michal Waszyńskiego war einer der ersten und sicherlich produktivsten Filmemacher Polens während des ersten und zweiten Weltkriegs. Sein Film Der Dibbuk, vollständig auf Jiddish gedreht, erschien 1937 und handelt von einem Geist, der von einer junge Frau Besitz ergreift. Goebbels war weniger erfreut und beschimpfte den atmosphärischen, durch seine einfachen Mittel beeindruckenden Film als jüdische Propaganda. Elwira Niewiera und Piotr Rosolowski blicken mit ihrer Dokumentation auf das Lebenswerk des Mannes, der sich später Michal Waszynski nannte, zurück.

Sa, 21.10., 18:30 Uhr, Metro Kino und Di, 24.10, 13 Uhr, Stadtkino

Becoming Cary Grant

Cary Grant ist einer der bedeutendsten Schauspieler der 40er, 50er und 60er Jahre. Hitchcock, Hawkes, Capra – jeder inszenierte den charismatischen Briten. Wer Archibald Alec Leach aus Bristol tatsächlich war und wie er zu Cary Grant wurde, fängt Mark Kidel aus einem Pool an frühem Filmmaterial ein und dokumentiert den Aufstieg eins der größten Schauspieler der Zeitgeschichte.

Sa, 21.10., 21 Uhr, Metro Kino und Mi, 25.10., 13 Uhr, Metro Kino

78/52

Die Duschszene in Hitchcocks Psycho ist eine der ikonischsten und meistzitiertesten Filmszenen der Kulturgeschichte und bekommt hier einen ganz eigenen Dokumentarfilm. Nein, das ist nicht zu wenig Inhalt für einen ganzen Film. Es ist vielmehr überraschend und spannend, wie viel man auch nach häufigem Sehen des Films noch über diese Szene lernen kann. Obwohl diese Dokumentation so spezifisch ist, sollte jeder mit zumindest geringem Interesse an Hitchcock, Film und Popkultur-Referenzen hier ins Kino gehen.

Mo, 23.10., 21 Uhr, Urania und Di, 24.10., 13 Uhr, Metro Kino

Raoul Ruiz, contre l’ignorance fiction!

Der große Katalog des Raoul Ruiz wird von Alexandra Rojo aufgearbeitet. Sie hat die nicht immer normalen Umstände seiner Produktionen aufgespürt und sein Lebenswerk abgeklopft. Rojo dokumentiert den Mann und damit sein Werk – auch interessant, wenn man nicht unbedingt mit dem kompletten Kanon des chilenischen Filmemachers vertraut ist.

Do, 26.10., 18 Uhr, Metro Kino und Mi, 1.11., 13:30 Uhr, Metro Kino

Nothingwood

Sonia Kronlund gibt mit Nothingwood einem Mann Raum, der sowohl vor als auch hinter der Kamera zum afghanischen Superstar avancierte und mit wenig Geld im dauerhaften Krisengebiet seine Liebe zum Action-Kino durchzusetzen versuchte. Würde jemand das Leben von Salim Shaheen in ein Drehbuch schreiben, würde man es für übertrieben halten.

Fr, 27.10., 15:30 Uhr, Metro Kino und Sa, 28.10., 20:30 Uhr, Stadtkino

Romy – Portrait eines Gesichts (1966)

Eine Romy Schneider Dokumentation. Juhu. Naja, zumindest ist es ein Zeitdokument, das Syberberg in seinem innerhalb von drei Tagen gefilmten Portrait schafft. Er befasst sich ganz genau mit der Person, der Frau Romy Schneider und schafft ein langes Interview, einen Einblick in ihr Leben, eine Momentaufnahme der damals 27-jährigen.

Mo, 30.10., 13 Uhr, Gartenbaukino und Do, 2.11., 15:30 Uhr, Metro Kino

Casting

Die vollkommen chaotische Entstehung eines Fernsehfilms, von Castings, dem Sammeln von Inspiration, Proben, endlosen Diskussionen hin zum Dreh. Casting (ein schier ungooglebarer Name… sucht mal „Casting Film“) erzählt irgendwie fast tragisch vom Scheitern, einen Fassbinder-Film umzusetzen. Casting erzählt von der Hassliebe zu sich selbst und bringt dabei (deutschen) Humor mit.

Sa, 21.10., 18:30 Uhr, Urania und So, 22.10., 13 Uhr, Stadtkino

24 Frames

Vielleicht nicht wirklich ein Film über Film, sondern eher einer, der mit dem Medium der Bewegung experimentiert, die Kamera bewegungslos macht, während sich die Umgebung um sie herum dreht und wendet. 24 Stillleben, die trotzdem voller Energie und Schwung sind, obwohl die Kamera verharrt. Ja, der ist anstrengend und artsy und das muss man wirklich wollen, aber wenn man es will, dann verspricht er viel.

Di, 31.10., 15:30 Uhr, Metro Kino und Do, 2.11., 18:30 Uhr, Urania

Making Judith

Klaus Lemke sucht Schauspielerinnen, Klaus Lemke ärgert Schauspielerinnen, Klaus Lemke sucht die Spontanität. Und darüber machte er einen Film und den kann man sehen. Er scheint voller diskutierender Blondinen zu sein, die ihm hinterher rennen, streiten und schreien und gleichzeitig betteln und bitten. Küssende Frauen gibts auch. Der Film sieht unangenehm aus, aber vielleicht ist es gerade deshalb interessant, ihn anzuschauen.

 Fr, 27.10., 23 Uhr, Stadtkino und Sa,28.10., 18 Uhr, Metro Kino

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