Quantum Break: Jack Joyce und die Jagd nach der heiligen Countermeasure

TV Serie und Videospiel zusammen bringen? Klingt nach einer super Idee, die Microsoft mit ihrer neuen IP Quantum Break von Max Payne und Alan Wake Entwickler Remedy da auf den Markt bringt. Irgendwas abgespactes mit Zeitreisen und zwei halbwegs bekannte Darsteller und „katching“! Oder?

quantum-break-time-stop-jpg1TV Serie und Videospiel zusammen bringen? Klingt nach einer super Idee, die Microsoft mit ihrer neuen IP Quantum Break von Max Payne und Alan Wake Entwickler Remedy da auf den Markt bringt. Irgendwas abgespactes mit Zeitreisen und zwei halbwegs bekannte Darsteller und „katching“! Oder?

In Quantum Break folgen wir Jack Joyce (Shawn Ashmore) und seinem Bruder William (Dominic Monaghan) durch ein absolut wirres Plotkonstrukt rund um eine Zeitmaschine, deren Aktivierung dazu führt, dass Jack die Zeit manipulieren kann. Doch diese Aktivierung löst auch einen Countdown auf das Ende der Welt aus, der nur durch ein von William entwickeltes Timey-Wimey-Dingsi (oder auf gscheit: Countermeasure) noch gestoppt werden kann.

Sagen wir es mal so: Ob das jetzt gut war, oder schlecht, ist schwer zu beantworten. Nicht schwierig ist die Feststellung, das Quantum Break definitiv nicht den Mainstream anspricht und vermutlich einige Leute enttäuscht sein werden.

Nun erst einmal zum Positiven: Das Spiel sieht sehr gut aus (ob das jetzt nativ 720p oder 1080p sind…who cares), die Welt ist glaubhaft, greifbar und interessant gestaltet. Die Story lädt zum Miträtseln ein, ist rasant und spannend – zunächst. Die Schauspieler machen ihre Sache gut und allen voran Shawn Ashmore und Aiden Gillen (Paul Serene) liefern gute Performances ab.

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Ein Quantum Story

Wo wir aber schon dabei sind: So richtig gut ist der Plot dann aber doch wieder nicht. Die Story ist dermaßen komplex, dass man sich die Zeit nehmen muss die überall auffindbaren Emails nach Hinweisen zu durchforsten, die Figuren handeln nicht immer rational und waren – und hier offenbart sich die komplette Schwäche von Quantum Break: vollkommen und absolut egal. Jemand begibt sich in Lebensgefahr? Wurscht. Jemand wird verraten? Wurscht? Jemand stirbt? Wurschtinger. Die Episoden der TV Serie sind dabei zwar hochwertig produziert, aber bis auf wenige Stellen für das Spiel nicht wirklich so relevant, wie man erwarten könnte.

Anstatt einen Protagonisten für die Spieler interessant zu gestalten und auszuarbeiten, wird man mit Figuren beworfen, von denen man teilweise bis zum Schluss nicht weiß, was eigentlich ihre Motivation ist. Wenn mir also bei einem Videospiel die Hauptfigur egal ist, dann ist das leider ziemlich schlechtes Erzählen. Wer auch immer den Quoten-Nerd Charlie (er tritt nur in der TV Serie auf) geschrieben hat, hatte den schwärzesten Tag seiner/ihrer Drehbuch-Karriere,  denn was hier für eine prätentiöse, klischeehafte Figur erschaffen wurde, ist fast schon eine Frechheit. Man möchte meinen, dass man bei Projekten, auf denen XBox steht, IT-ler ordentlich darstellen könnte.

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Nach jedem Kapitel gibt es eine Junction, bei der wir eine Entweder-Oder Entscheidung treffen, die einen mittelmäßigen Einfluss auf die weitere Story nimmt. Diese Entscheidung treffen wir allerdings mit Peter, der nun eigentlich unser Gegenspieler sein soll. Das ist ein absolut spannendes Konzept – aber natürlich sind wir die Guten und wir treffen Entscheidungen, die den Guten etwas bringen – oder? Geht das überhaupt? Ein wirklich gelungener Twist.

Max Payne auf Bullet-Time Anabolika

Die Kämpfe sind durch die verschiedenen Zeit-Kräfte abwechslungsreich, fordernd und vor allem beeindruckend gestaltet, machen Spaß und ziehen sich selten in die Länge. Die Zeit-Kräfte, die wir nach und nach im Spiel erhalten, lösen jedesmal einen richtigen Wow-Effekt aus. Da vergisst man schnell mal sich zu fragen, warum Jack diese so ohne weiteres beherrscht und mit seinem Arsenal umgehen kann wie ein Navy-Seal. Upgrades für unsere Fähigkeiten erhalten wir über Chronon-Punkte, die wir in den schlauchförmigen Levels recht schnell einsammeln können. Es gibt ausreichend zu tun und kleinere Rätsel lassen uns mit den Zeit-Kräften experimentieren. Die Frage ist ja eher, ob man sowas mag und wir mögen das. Bei Quantum Break muss man vorher genau wissen, dass man sich eine Art futuristischen Max Payne Spiel-Film ins Haus holt. Und wenn man das weiß, dann ist das vollkommen in Ordnung und fesselt über die komplette Spielzeit hinweg. Auch das Pacing ist genau richtig und das Spiel hätte nicht kürzer und auch nicht länger sein dürfen.

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Der letzte Akt, vor allem die letzten 30 Minuten, von Quantum Break sind dann leider nur noch eine Zumutung. Es ist schon fast eine Leistung wie schnell man ein Spiel, von dem wir in den ersten Stunden sehr überzeugt waren, so gegen die Wand fahren kann. Der Endboss, das muss man so hart sagen, ist wirklich ein Totalausfall. Bis dahin gab es vielleicht ein oder zwei Kämpfe, die ein bisschen mehr Skill erfordert haben und man starb höchstens einmal, weil man irgendwo eine Tür nicht richtig erwischt hat, oder von fallenden Stahlträgern zermatscht wird. Und plötzlich stirbt man am laufenden Band weil die Steuerung hakelt, die Framerate einbricht und die Gegnerwellen lächerlich übermächtig sind. Und dann schafft man es und ist vom Ergebnis ein bisschen… sagen wir unterwältigt. Anstatt Fragen zu klären werden neue aufgeworfen und man winkt leise Richtung Sequel. Hm.

So schlimm sich das anhört, so sehr spricht vermutlich die Enttäuschung darüber, dass ein Spiel, von dem man wollte, dass es großartig ist, eben doch nur okay ist. Einfach nur okay. Nichts Besonderes, obwohl es das krampfhaft versucht zu sein. Aber durchweg fesselnd und wunderschön sein ist doch auch etwas. Man darf nicht vergessen, wie viel Aufwand in das Projekt geflossen ist und das sieht und merkt man dem Spiel an. Das Konzept aus Spiel und Serie ist es wert, Anerkennung zu bekommen. Wir hatten wirklich viel Spaß, waren gut unterhalten und wollten zu keinem Zeitpunkt aufhören. Das wars auch schon.

Quantum Break
Entwickler: Remedy Entertainment Ltd.
Publisher: Microsoft Studios
Plattform: XBox One
erscheint am 5.4.2016

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