Kat steht Kopf: Gravity Rush Remastered

Kat's home
Kat wohnt in einem gemütlichen Abflussrohr.

Auf Sonys tragbarem Gerät war es der Hit. Grund genug, jetzt auch auf der PlayStation 4 mit der Gravitation zu spielen. Wir sind mit viel Freude und viel Tränen in Gravity Rush: Remastered auf dem Kopf gestanden.

Eines vorweg: Wir haben Gravity Rush auf Sonys Kleiner nie gespielt und stellen es uns äußerst hakelig und mühsam vor. Es geht hier also nicht darum, wie akkurat die Portierung gelungen ist und was die Unterschiede sind, sondern lediglich um unsere Erlebnisse und Erfahrungen auf der PS4.

Alles steht Kopf

Man stelle sich vor, man erwacht, erinnert sich an nichts, trägt ein knappes Kostümchen, für das man obendrein ständig von allen angemotzt wird, weil es nicht der Mode entspricht und der einzige Freund, den man hat, ist die Katze Dusty, in deren Fell sich die Galaxie spiegelt. So geht es der Protagonistin Kat in Gravity Rush. Mit ihrer katzenhaften Begleitung ist sie in der Lage, die Gravitation kurzfristig zu manipulieren und so an Wänden und Decken entlang zu laufen und sogar zu fliegen! Wer hat bitte noch nie vom Fliegen geträumt? Gravity Rush macht es möglich.

Kat und Katz‘ machen sich nützlich

Schnell lernt Kat sich und ihre außergewöhnlichen Fähigkeiten nützlich zu machen. Denn seit die Stadt Heksville von einem Gravitationssturm heimgesucht wurde, steht mehr oder weniger alles Kopf. Ein Meisterdieb will gefasst, eine verschwundene Studentin soll gefunden, oder das Rätsel um verschollene Kinder möchte gelüftet werden. Während die Aufgaben alle in liebevollen Manga-Sequenzen erzählt werden, die sich zu einer äußerst kuriosen Geschichte in einer dennoch liebenswerten Welt ordnen, hinkt das Gameplay der Inszenierung leider gewaltig hinterher. Es gilt diverse Dinge (beispielsweise Kristalle) zu sammeln, Person oder Gegenstand A nach Ort B zu bringen oder eigenwilligen Monstern in den Hintern zu treten. Um die Aufgaben erfüllen zu können, muss Kat im Verlauf des Abenteuers in verschiedenen Kategorien aufgelevelt werden. Äußerst positiv festgehalten werden muss, dass die Stufen im Gameplay deutlich spürbar sind. Mit der Zeit fliegt man deutlich länger durch die Luft und tritt den Monstren immer stärker in die Weichteile (im wahrsten Sinne des Wortes!). Ab und an warten auch mächtige Endbosse auf ihre Abreibung.

Übung macht die Meisterin … manchmal.

Während man zu Beginn noch spürbar Schwierigkeiten mit der Gravitationsmanipulation hat, lernt man mit Übung immer eleganter durch Heksville zu gleiten, laufen und fallen. Um das Gameplay kurz zu erläutern: R1 versetzt uns in den Schwebemodus, mit dem Stick richten wir ein Fadenkreuz aus und mit erneutem Drücken des Buttons wird die Schwerkraft an die Stelle des Fadenkreuzes geshiftet, wodurch wir in diese Richtung fallen. Dabei müssen wir eine Ausdauer-Anzeige beachten. Ist sie leer, fallen wir wieder in die richtige Richtung nach unten. Wo gerade oben und unten ist, verlieren wir dabei schnell aus dem Blick und lediglich die Haare und der Schal von Kat zeigen uns noch, wo das echte Unten ist. Während wir uns an das Fliegen recht schnell gewöhnen, werden wir mit dem Kämpfen nicht so recht warm. Man erinnere daran, dass sich etwa bei Assassin’s Creed viele Menschen über das simple Kampfsystem aufgeregt haben. In Gravity Rush gibt es einen Tritt, Ausweichen und vier Spezialangriffe. Nichts für ungut, aber Spaß macht das nicht und vor allem in Luftkämpfen ist die Steuerung äußerst ungenau und hat mehrmals für ordentlich Frust gesorgt.

Leider (nicht vollends) geil!

Während wir uns über die völlig belanglosen Kämpfe zu Boden und in der Luft also hauptsächlich ärgern, erfreuen wir uns in Gravity Rush an der ungewöhnlichen Gravitations-Manipulation und der zuckersüßen und liebenswerten Steampunk-Welt, die in ihrem Cell-Shading-Stil vollends überzeugt und mit ihren thematisch unterschiedlichen Arealen ständig für die nötige Abwechslung sorgt. Storytechnisch darf man sich auf eine Art Alice im Wunderland einlassen, die in zuckersüßen Manga-Abschnitten erzählt wird und das Erforschen dieser eigenwillig-surrealen Welt ist der Antrieb, der uns über die nervenden Kämpfe hinwegsehen und weiterspielen lässt. Gravity Rush: Remastered hat viele tolle Elemente, völlig überzeugen kann uns das Spiel aber nicht. Wir haben eine Hassliebe für Kat, ihre Galaxie-Katze und ihre Welt entwickelt, in der wir uns einerseits über die Freiheit des Fliegens freuen und andererseits wütend den Fernseher anschreien und uns gut zureden, dass der arme Controller auch nichts dafür kann und wir selbigem nicht selbst das Fliegen beibringen. Gravity Rush ist ein zweischneidiges Schwert, dem auf jeden Fall eine äußerst erfrischende Idee zugrunde liegt.

Alle Bilder wurden mit der Share-Funktion der PS4 erstellt.

Gravity Rush: Remastered
Plattformen: PS4
Entwickler: Bluepoint Games
Publisher: Sony
Erscheinungsdatum: 10.02.2016

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